
MDR1
Preis pro 5+ Prüfung: 54.17 EUR mit MWS
Prüfung des MDR1-Gens auf Mutation (Multidrug Resistance Gene)
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Mutation im MDR 1- Hundengen (Multidrug Resistance Gene) wird mit Überempfindlichkeit auf bestimmte Arzneistoffe verbunden.
Einführung von neuen antiparasitären Mitteln im 1980 führte zur Entdeckung der Mutation im MDR1-Gen bei Hunden, die Neigung des Tieres zur potentiell tödlichen Neurotoxizität verursacht. Bei Auswahl von Arzneistoffen für Hunde mit MDR 1-Defekt ist es unbedingt nötig höhere Aufmerksamkeit der Zusammensetzung der Arzneistoffe zu widmen. Insbesondere die folgenden Stoffe müssen vermieden werden:
- Acepromazine, Butorphanol,
Doramectin, Doxorubicin, Ivermectin, Loperamide, Milbemycin, Moxidectin, Selamectin,
Vinblastine, Vincristine,
... Die Forschung im diesem Bereich wird fortgesetzt und die Liste der Risikostoffe wächst.
Die aufgezählten Arzneistoffe werden laufend bei Heilung der Hunde verwendet. Sind sie einem Tier mit Gendefekt im MDR 1-Gen verabreicht, kann es zur unerwarteten neurotoxischen Reaktion führen. Bei einem gegenüber Invermectin überempfindlich reagierenden Tier kann man im Falle, daß im dieses Antiparasitikum verabreicht wurde, Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Zittern, Erbrechen, Desorientierung beobachten und im Grenzfall kann es bis zum Tod des Tieres kommen.
Der Gendefekt stammt wahrscheinlich aus einer Familienmutation und hat sich ausgebreitet. Der Zusammenhang zwischen MDR1 und der Überempfindlichkeit gegenüber Ivermectin (und ihm ähnliche Stoffen) wurde bei diesen Hunderassen nachgewiesen:
- Collie Langhaarig und Kurzhaarig
- Sheltie
- Australian Shepherd
- Wäller
- Bobtail
- Border Collie
- Weisser Schweizer Schäferhund.
Dieser Defekt tritt häufig beim Collie (33%), Sheltie (5,7%) und Australian Shepher (6,9%) auf. Die Überempfindlichkeit gegenüber Ivermectin wird rezessive vererbt. Der Hund muß das mutierte Allel von beiden Eltern vererben, damit sich dieser Defekt äußert. Die Träger dieses mutierten Allels (Hunde mit einem gesunden Allel und einem mutierten Allel), die klinisch gesund sind, können die Mutation im MDR1-Gen auf seine Nachkömmlinge übertragen. Deswegen sollten die Träger des mutierten Allels erkannt und nachfolgend nur Hunde ohne Defekt im MDR1-Gen gekreuzt werden.
Genetische Prüfung entdeckt einen etwaigen Defekt im MDR1-gen schnell und zuverlässig. Zur Untersuchung genügt eine kleine Blutprobe oder Abstrich der Mundhöhlenschleimhaut, den jeder Züchter selbst machen kann.
Eines von diesen Antiparasitika ist das Medikament Ivermectin, das auf den Chloridkanal im peripheren Nervensystem bei einigen wirbellosen Tieren wirkt. Es löst eine Anströmung von Chloridionen aus, wodurch die synaptische Übertragung ganz gehemmt wird und verursacht so tödliche Lähmung der Parasitenstammen Nematoda (Fadenwürme) und Arthropoda (Gliedertiere).
Ivermectin ist generell für die Haustiere sicher, da die homologen Ziele bei Säugetieren auf CNS beschränkt sind, wo sie durch die Wände der Gefäßversorgung des Gehirns abgeschirmt werden. Der Hauptbestandteil dieses Schutzhindernisses ist P-Glykoprotein, ein ATP-Transporter der Medikament-Substrate. P-Glykoprotein wird vom MDR1-Gen kodiert. Die Forschung, die sich mit dem MDR1-Gen beim Collie als Kandidatengens für die Überempfindlichkeit gegenüber Ivermectin befaßt, hat festgestellt, daß bei den betroffenen Hunden eine homozygote Deletion von vier Basenpaaren in. Exon 4 des MDR1-Gens auftritt. Diese Mutation verursacht die Verschiebung des Leserahmens und führt zur Bildung eines vorzeitigen Stopcodons, d.h. zur Beendigung der P-Glykoprotein-Synthese. Das resultierende P-Glykoprotein besteht ca. aus 10 % Aminsäure-Sequenz, die einem gesunden Alell entspricht. Das bedeutet, daß es seine Schutzfunktion verliert und Ivermectin kann unbehindert in das Nervengewebe der Hunde durchdringen. Das mutierte Allel verursacht wahrscheinlich vollen Verlust der Funktion des P-Glykoproteins.
Die Zitation:
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