Prüfung von Hunden: PRA B (Optigen)

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Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 28 Tage
Preis pro Prüfung: 115.00 $ ohne MwSt

Die Prüfung wird durch das amerikanische Labor Optigen durchgeführt. Bei diesen Prüfungen können Sie den Club-Rabatt nicht geltend machen.

Der Kunde erhält ein Zertifikat über die durch das Labor Optigen festgestellten Prüfergebnisse.

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PRA Typ B beim Zwergschnauzer

Die progressive Retinaatrophie (PRA) bildet eine große Gruppe von Erbkrankheiten, die die Hauptursache für Blindheit bei verschiedenen Hunderassen sind.  Die von PRA betroffenen Hunde zeigen im Laufe der Krankheit ähnliche Sequenz von klinischen Abnormalitäten. Die Symptome beginnen mit Nachtblindheit, die weiter mit fortschreitendem Verlust des Tagessehens und möglicher Blindheit unter allen Lichtbedingungen fortgesetzt wird.  Routinemäßige Augenuntersuchungen entdecken fortschreitenden Verlust  von lichtempfindlichen Netzhautzellen (Retina) aufgrund derer Degeneration oder „Atrophie“, nach welcher diese Krankheit benannt wurde.

Unter dem Oberbegriff „PRA“ verbirgt sich eine Reihe von Krankheiten, die durch schon bekannte, aber auch unbekannte  bisher nicht charakterisierte genetische Abnormalitäten – Mutationen verursacht werden. Bei Zwergschnauzern wurden bisher zwei PRA-Formen identifiziert: Typ A (bekannt ab dem Jahr 2000) und Typ B.

Die progressive Retina-Atrophie Typ A PRA kommt in der Population der Zwergschnauzer sehr selten vor – keiner der Fälle, die in den letzten Jahren auftraten, wurde durch PRA-Mutation Typ A verursacht.  Die Forschung hat sich also auf Identifizierung von weiteren Genen und Mutationen, die für PRA bei Zwergschnauzern verantwortlich sind, konzentriert und es wurde die PRA Typ B entdeckt.

Genetische Untersuchung der PRA Typ B

In Zusammenarbeit mit Dr. Doreen Becker und Gus Aguirre aus der Universität Pennsylvania und dem Labor OptiGen wurde eine neue Genvariante entdeckt, die den großen Teil der PRA-Fälle bei Zwergschnauzern erklärt – die Forschung wurde bisher noch nicht publiziert (Information zum Oktober 2018). Aufgrund dieser Entdeckung wurde eine genetische Prüfung entwickelt, die nur das Labor OptiGen durchführt. Aufgrund dieses DNA-Tests können Hunde identifiziert werden, die eine, zwei oder keine Kopie der  risikoreichen Genvariante, die die PRA Typ B verursacht, tragen. Die Ergebnisse dieses Tests sollen den Züchtern bei der Auswahl eines geeigneten Zuchtpaars helfen, um Verbindungen zu vermeiden, aus welchen von PRA Typ B betroffene Welpen geboren werden können.

Die Ergebnisse der Prüfungen auf PRA Typ B werden wir folgt angeführt:

  • Homozygous wild type/clear: der Hund trägt keine Kopie der Risikovariante des Gens; wird von PRA-Typ B nicht betroffen
  • Heterozygous/carrier: der Hund trägt eine Kopie der Risikovariante des Gens; wird von PRA-Typ B nicht betroffen
  • Homozygous risk variant: der Hund trägt zwei Kopien der Risikovariante des Gens; das Risiko der Entwicklung der PRA Typ B ist sehr hoch.

Die Ergebnisse der Prüfung auf PRA Typ B sind als Risikovarianten angeführt, da sich bei Hunden, die zwei Kopien der Genvariante tragen,  die PRA Typ B höchst wahrscheinlich, jedoch nicht hundertprozentig entwickelt.  Bei 14 % der untersuchten Hunde, die homozygot für die Risikovariante waren, hat sich die PRA bis zum Alter von 7 Jahren nicht entwickelt. Zurzeit ist es nicht klar, ob diese Variante eine kausale Mutation darstellt und ob weitere Faktoren existieren, die den Durchbruch der Mutation (d.h. die Fähigkeit der Mutation die Krankheit verursachen) beeinflussen oder ob die Variante  einen genetischen Marker darstellt, der sich in der Nähe der Mutation befindet.

Die PRA Typ B wird autosomal rezessiv vererbt und um die Produktion von durch diese Form der PRA betroffenen Nachkommen zu vermeiden, sollte mindestens ein Elternteil vor der Zucht getestet werden und der Homozygot-Wilder Typ / Clear für die Risikovariante PRA Typ B nachgewiesen werden.

Weitere PRA-Typen bei Zwergschnauzern

Genetische Untersuchung auf PRA Typ B erklärt nicht alle Fälle der Erkrankung bei dieser Rasse. Aufgrund dieser Untersuchungen wurde zu der Schlussfolgerung gekommen, dass mindestens noch eine weitere Form der PRA (neben den Typen A und B) bei den Zwergschnauzern existieren muss. Mit anderen Worten auch beim Hund, der im Prüfergebnis auf PRA Typ B als homozygous wild type/clear oder heterozygous/carrier  bewertet wird, kann sich weitere PRA-Form entwickeln, oder kann der Hund ein Träger einer anderen Genvariante, die er weiter auf seine Nachkommen weitergibt, sein. Von 76 Zwergschnauzern, die klinisch als PRA veranlagt  diagnostiziert wurden, wurden 42 (55%) als homozygot für  die Risikovariante PRA Typ B nachgewiesen. Die restlichen 45 % Fälle waren entweder Heterozygot (11 %) oder Homozygot wilde type (34 %). Bei einigen von diesen Fällen hat eine Genomweite Assoziationsstudie (GWAS) gezeigt, dass die Krankheit in anderen Genombereich als in dem für die PRA Typ B gehört, was auch die Anwesenheit einer anderen Stelle der PRA Krankheit bestätigt.

Empfehlungen für die Zucht

Obwohl sich bei Hunden, die keine Kopie der genetischen Risikovariante der PRA Typ B tragen, eine andere Form der PRA entwickeln kann, die Prüfung auf PRA Typ B ist ein sehr nützliches Werkzeug für die Züchter.  Solche Verbindungen, die zur Geburt von Welpen mit homozygot risikoreichem Genotyp führen, sollten vermieden werden.

Liste der Hunderassen

Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 28 Tage
Preis pro Prüfung: 115.00 $ ohne MwSt