Prüfung von Hunden: CHV - Canine Herpes Virus

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Canine Herpesvirus (CHV)

Klinische Symptome

Vorkommen

Übertragung

Therapie

Vorbeugung

Diagnostik

Das Canine Herpesvirus ist Vertreter der Unterfamilie  Alphaherpesvirinae, wohin auch die Gattungen Simplexvirus, Varicellovirus, Mardivirus und Iltovirus eingeordnet werden.  Die menschlichen Herpesvirusinfektionen werden durch Herpes Simplex Viren (HSV-1 und 2) verursacht; der offenbar bekannteste Vertreter des Genus Varicellovirus ist das HHV-3 (Varicella Zoster Virus), das Pocken und Gürtelflechte (Zoster) verursacht.

Zu den Wirten der Unterfamilie Alphaherpesvirinae gehören nicht nur der Mensch, aber z.B. auch Rindvieh, Katze, Hund, Schweine und Vögel.
Das Genom der ganzen Unterfamilie, also auch des CHV, bildet nicht segmentierte,  lineare,  doppelsträngige DNA, es handelt sich um so genannte dsDNA-Viren. Bezüglich seiner Struktur ist CHV ähnlich den anderen Vertretern der Unterfamilie und ist genetisch  mit FHV-1 (Feline Herpesvirus-1), PhHV-1 (Phocid Herpesvirus 1) und Equine Herpesvirus 1 und 4 verwand (Martina et al. 2003, Rota et al. 1990).
Canine Herpesvirus wurde im Jahre 1965 gleichzeitig durch drei verschiedene Teams von Wissenschaftlern in Zusammenhang mit den infektiösen Todfällen der neugeborenen Welpen identifiziert (Carmichael et al. 1965, Spertzel et al. 1965, Stewart et al. 1965). Klinisch kann CHV verschiedene Krankheits- oder Infektionsarten verursachen, wie z.B. akute neonatale Virämie, Systemformen der Infektion bei trächtigen Hündinnen,  Schleimhaut- und Augeninfektionen und latente Infektionen. Der Verlauf der Infektion hängt von dem aktuellen Zustand des Immunsystems des gegebenen Tieres ab. Bei neugeborenen Welpen verursacht die CHV-Infektion fatale nekrotische und hämorrhagische Krankheiten, während bei älteren und erwachsenen Tieren treten keine klinischen Symptome auf (Carmichael et al. 1965).

Klinische Symptome
Bei erwachsenen Hunden verursacht das CHV Erkrankungen der oberen Atemwege und des Geschlechtstraktes. Das Vorkommen von CHV wurde bei Hunden mit ITB (Binn et al. 1979) (ITB - infektiöse Tracheobronchitis - akute hoch ansteckende Erkrankung, bei welcher das Tier durch mehrere Bakterien und Viren gleichzeitig infiziert ist) festgestellt. Die Aufgabe des  CHV in Zusammenhang mit ITB ist kontrovers. Experimental angeleitete CHV-Infektionen zeigen, dass sie nur milde Symptome von  Rhinis (Schnupfen), Pharyngitis (Nasenrachenentzündung) verursachen (Appel et al. 1969) oder zu ITB-verwandten Erkrankungen führen (Karpas et al. 1968). Das CHV tritt erst später als die anderen Vireninfektionen der Atemwege auf und es ist interessant, dass nachfolgend die CHV-Infektion mit  schwereren Symptomen verbunden  wurden (Erles  et al. 2004). Ob für die Verschlechterung der Symptome der Atemwegeinfektion oder umgekehrt das Vorkommen des CHV verantwortlich ist, wurde bisher noch nicht geklärt.
In Zusammenhang mit CHV-Infektion können als begleitende klinische Symptome Läsionen und Bläschen auf der Schleimhaut der Geschlechtsorgane entstehen. Bei Hündinnen verursacht die CHV-Infektion vaginale Entzündungen. Das Virus wird auch  transplazentar übertragen (Hashimoto at al. 1982) und die Infektion kann z.B. zum Absterben des Embryos, Resorption, Fehlgeburten und Frühaborts führen oder die Ursache für sehr niedrige Geburtsgewichte oder lebensschwache Welpen sein.
Bei einigen Hunden können in Zusammenhang mit CHV-Infektion Augenentzündungen mit retinaler Dysplasie auftreten, bei schwereren Fällen kann man z. B. Hornhautentzündung, Hornhautgeschwür, Kararakt und Verwachsungen in der vorderen Augenkammer beobachten.   

Vorkommen
Serologische Untersuchungen zeigen relativ hohe CHV-Prävalenzraten in den Züchtungen. Gemäß den Ermittlungen sind Anti-CHV-Prävalenzen in England mit 88%, in Belgien mit 45,8 %, in Niederlanden mit 39,3 % und in Italien mit 27,9 % vorhanden (Reading et al. 1999, Rijsewijk 1998, Ronsse 2002, Sagazio et al. 1999). Dort, wo mehrere Tiere zusammen leben, ist das Risiko der CHV-Infektion nachweisbar höher (z.B. Tierheime, große Zuchtstationen). Der Umfang der CHV-Wirten ist nur auf Hunde beschränkt und das Virus repliziert  ausschließlich in Hundezellen (Krakowka et al. 1985), aber die Antikörper gegen CHV wurden auch bei Fuchs (Robinson et al. 2005, Truyen et al. 1998) und nordamerikanischem Otter (Kimber et al. 2000) gefunden.   

Übertragung
Nach symptomatischer und asymptomatischer Infektion  bleiben die Hunde latent infiziert.   Das Virus kann in nicht voraussehbaren Intervallen im Laufe von einigen Monaten oder Jahren ausgeschieden werden. Oronasale und geschlechtliche Übertragung ist der Hauptweg der Ansteckung, aber eine Ansteckung  des Fetus im Uterus ist ebenfalls möglich.    
Das latente Virus verbleibt in Knoten des Trigenimus, aber wurde auch in anderen Stellen, z.B. lumbosakralen Knoten, Mandeln, Ohrspeicheldrüsen nachgewiesen (Burr et al. 1996, Miyoshi 1999). Das Virus wurde durch PCR-Reaktion in keinem der 24 Vollblutproben im Falle einer latenten Infektion entdeckt  (Burr et al. 1996)
Reaktivierung des latenten Virus kann durch Stresssituation (z.B. Umzug zu neuem Besitzer, neue Unterkunft, neuer Hund im Haushalt), bzw. auch durch Verabreichung von immunsuppressiven Medikamenten (Kortikoiden) ausgelöst werden.

Therapie
Zurzeit existiert keine spezifische Behandlung der CHV-Infektion, es gibt nur symptomatische Behandlung oder Vorbeugung, die sich auf Erhöhung der Abwehrkräfte des Hundes konzentriert.   

Vorbeugung
Das CHV ist sehr empfindlich auf herkömmliche Desinfektionsmittel. Das Virus vermehrt sich weniger bei Temperaturen über 36˚C. Deswegen kann Aufziehen von Welpen, bei welchen die Thermoregulation generell nicht gut entwickelt ist, in geheizten Boxen die Mortalität der neugeborenen Welpen mindern. Auf jeden Fall verläuft die ganze Krankheit bei den neugeborenen Welpen sehr schnell und leider ist steht wirksame Therapie zur Verfügung.   
Gegenwärtig gibt es eine Vakzine, die für trächtige Hündinnen bestimmt ist. Der Impfstoff enthält kleine Mengen von Antikörpern gegen das Hundeherpesvirus. Es kommt also zur aktiven Immunisierung der trächtigen Hündinnen und   Anleitung eines passiven Schutzes bei Welpen. Nach der Impfung geben die Hündinnen diese Antikörper an die Welpen mittels Kolostrum weiter.  Die Impfung schützt nicht direkt vor der Infektion, aber mindert die Entstehung der klinischen Symptome, bzw. der pathologischen Veränderungen, die in Folge der CHV-Infektionen erscheinen.

Diagnostik
Zur Bestimmung der Diagnose können pathologische Veränderungen und histologische   Befunde im Todesfall bewertet werden. Im Falle einer durchgemachten Infektion kann die Anwesenheit von Antikörpern bestimmt werden; Mit Bezug auf die Fähigkeit eine latente Form der Infektion zu bilden, der Antikörper-Titer sinkt nach der durchgemachter Infektion sehr schnell ab und die Auswertung ist nicht genau.
Zur Bestimmung des CHV-Vorkommens hilft eindeutig die PCR-Methode. Die Feststellung des CHV mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion  ist eine schnelle, exakte und zuverlässige Methode, die auch beim Nachweis des Virus in Gewebe- und Gewebeschnittproben von gestorbenen neugeborenen Welpen und ferner in Geschlechts- oder Tonsillarabstrichen, bzw. in 1 ml Vollblut in EDTA im Falle einer virämischer Phase verwendet werden kann.

Zittation:

Carmichael  L.E. et al.: Identification of a cytopathogenic agent infectious for puppies as a canine herpesvirus. Proc Soc Exp Biol Med. 1965 Dec;120(3):644-50.
Carmichael L.E. et al.:Clinical and pathologic features of a fatal
viral disease of newborn pups, Am. J. Vet.Res. (1965) 26:803-814.
Spertzel RO et al.: Recovery and characterization of a herpes-like virus from dog kidney cell cultures. Proc Soc Exp Biol Med. 1965 Dec;120(3):651-5.
Stewart SE et al.: Herpes-like virus isolated from neonatal and fetal dogs. Science. 1965 Jun 4;148:1341-3.
Reading M.J.et al.: Detection of high levels of canine herpes virus-1 neutralising
antibody in kennel dogs using a novel serum neutralisation test, Res. Vet. Sci. (1999) 66:273-275.

Rijsewijk F.A. et al: Prevalence of antibodies against canine herpesvirus 1 in dogs in The Netherlands in1997-1998, Vet. Microbiol. (1999) 65:1-7.

Ronsse V et al.: Seroprevalence of canine herpesvirus-1 in the Belgian dog population in 2000, Reprod. Domest. Anim. (2002) 37:299-304.

Sagazio P. et al.: Infezione da herpesvirus del cane: diffusione sierologica in Puglia, Obiettivi e Documenti Veterinari (1998) 5:63-67.

Krakowka S. et al: Comparative pathobiology of viral disease, CRC Press, Boca Raton, 1985, pp.137-144.

Robinson A.J. et al.:Prevalenceof serum antibodies to canine adenovirus and canine herpesvirus in the European red fox (Vulpes vulpes) in Australia, Aust. Vet. J. (2005) 83:356-361.

Truyen U. et al.: Survey on viral pathogens in wild red foxes (Vulpes vulpes) in Germany with emphasis on parvoviruses and analysis of a DNA sequence from a red fox parvovirus, Epidemiol. Infect. (1998) 121:433-440.

Kimber K.R. et al.: Serologic survey of selected viral agents in recently captured wild North American river otters (Lontra canadensis), J. Zoo Wildl. Med. (2000) 31:168-175.

Hashimoto A. et al.: Experimental transplacental infection of pregnant dogs with canine herpesvirus, Am. J. Vet. Res. (1982) 43:844- 850.
Binn L.N. et al.: Studies of respiratory disease in random-source laboratory dogs: viral infections in unconditioned dogs, Lab. Anim. Sci. (1979) 29:48-52.
Appel M.J. et al.: Pathogenesis of canine herpesvirus in specific-pathogen-free dogs: 5- to 12-week-old pups, Am. J. Vet. Res. (1969) 30:2067-2073.
Karpas A. et al.: Canine tracheobronchitis; Isolation and characterization of the agent with experimental reproduction of the disease,Proc. Soc. Exp. Biol. Med. (1968) 127:45-52.
Erles K. et al.: Longitudinal study of viruses associated with canine infectious respiratory disease, J. Clin. Microbiol. (2004) 42:4524-4529.
Burr P.D. et al.: Detection of canine herpesvirus 1 in a wide range of tissues using the polymerase chain reaction, Vet. Microbiol. (1996) 53:227-237.
Miyoshi M. et al.: Detection of canine herpesvirus DNA in the ganglionic neurons and thelymph node lymphocytes of latently infected dogs, J. Vet. Med. Sci. (1999)
61:375-379.
Rota P.A. et al.: Homology between feline herpesvirus-1 and canine herpesvirus,
Arch. Virol. (1990) 115:139-145.
Martina B.E. et al.:Genetic characterization of the unique short segment of phocid herpesvirus type 1 reveals close relationships among alphaherpesviruses of hosts of the order Carnivora, J. Gen. Virol. (2003) 84:1427-1430.

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