Prüfung von Hunden: Juvenile Epilepsie

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Juvenile Epilepsie beim Lagotto Romagnolo

Die epileptischen Syndrome sind ein Zeichen der abnormen Aktivität von Hirnneuronen. Die idiopathischen generalisierten Epilepsien sind erblich bedingt und bei einigen wurde schon der verantwortliche molekular-gentische Fehler identifiziert. Charakteristisch für sie ist die Bindung der einzelnen Arten der Epilepsien auf bestimmte Altersgruppen.

Epilepsie tritt bei Menschen, Hunden und anderen Säugetieren auf. Genetisch bedingte juvenile Epilepsien gehören zu den häufigsten neurologischen Krankheiten, die bei Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren vorkommen.  Sie treten bei ungefähr 0,5% der Bevölkerung auf und sind durch spontanes Verschwinden der Symptome im Laufe der Entwicklung des Kindes charakterisiert. Sie sind eng mit der zweiten Phase der postnatalen Gehirnentwicklung verbunden.

Die postnatale Gehirnentwicklung kann in 3 Phasen unterteilt werden:

  1. Phase: Von der Geburt bis zum Alter von 2 Jahren bei Menschen; von Geburt bis 1 Woche nach der Geburt bei Mäusen; von der Geburt bis 2 Monate nach der Geburt bei Hunden; bei Menschen werden in dieser Phase ca. ein Quadrillion Synapsen gebildet.
  2. Phase: Von 2 bis 10 Jahren bei Menschen; von 7 bis 17 Tagen bei Mäusen; von 2 bis 4 Monaten bei Hunden; bei Menschen ist diese Phase durch massive Beseitigung der unnötigen Synapsen charakterisiert (bis Hälfte der ursprünglichen Synapsen)
  3. Phase: restliche Lebenszeit; die Anzahl der Synapsen bleibt praktisch unverändert

Im 2011, haben Seppälä at al. die  entdeckte Mutation c.1552 A>T im LGI2-Gen beschrieben, die zur Bildung eines vorzeitigen Stopkodons im Exon 8 führt und für den Typ der juvenilen Epilepsie bei der Rasse Lagotto Romagnolo verantwortlich ist. Das LGI2-Gen wird am meisten in der zweiten Phase der postnatalen Entwicklung des Gehirns exprimiert und wirkt auf die Gruppe der neuronalen Rezeptoren der ADAM-Familie, die ihre Rolle in der synaptischen Remodellierung  spielen. Die Verkürzung des LGI2-Gens verhindert seine Sekretion und Interaktion mit den ADAM-Rezeptoren.

Bei der Rasse Lagotto Romagnolo treten die epileptischen Symptome im Alter von 5 bis 9 Wochen (äquivalent zu 2 Jahren bei Menschen) auf.  Die Krampfanfälle prägen sich durch Zittern des ganzen Körpers aus, das manchmal mit kurzem Bewusstseinsverlust verbunden ist. Die Welpen mit schwererer Ausprägung haben auch Anzeichen von neurologischen Erkrankungen einschließlich generalisierter Ataxie und Hyperthermie.  Die Epilepsie verschwindet spontan zwischen der 8. bis 13. Lebenswoche (bei Menschen im Alter von ca. 8 Jahren). Verschwinden dieser Merkmale ist für diesen Type der Epilepsie charakteristisch und so wird diese Krankheit durch viele Züchter nur als unglückliche Auffälligkeiten, die zu deren Erleichterung mit dem höheren Alter des Welpen verschwinden, betrachtet. Es sollte jedoch die Lebensqualität des Welpen in Betracht gezogen werden.  Durch rechtzeitiges Testen der Elterntiere kann die Geburt von Welpen mit unangenehmen epileptischen Krampfanfällen in frühem Alter verhindert werden.

Juvenile Epilepsie ist eine rezessiv vererbte Krankheit. Die Krankheit entwickelt sich bei Hunden, die das mutierte Gen von beiden Eltern vererbt haben. Diese Hunde werden als P/P (positiv/positiv) gekennzeichnet. Die Träger des mutierten Gens, gekennzeichnet als N/P (negativ/positiv), haben das mutierte Gen nur von einem Elternteil vererbt und sind ohne klinische Anzeichen, sie tragen jedoch diese Krankheit an ihre Nachkommen über. Bei Verpaarung zwei Heterozygozen (N/P) wird theoretisch 25% der Nachkommen gesund, 50% der Nachkommen werden Träger und 25% der Nachkommen vererbt das  mutierte Gen von beiden Eltern und werden also von der Juvenile Epilepsie betroffen. Durch Verpaarung eines gesunden Hundes (N/N) und eines Trägers dieser Mutation (N/P) werden theoretisch in dem Wurf zu 50% Träger und zu 50% gesunde Welpen sein. Wenn ein Träger (N/P) und ein betroffener Hund (P/P) verpaart werden, so würden theoretisch 50% betroffene Hunde und 50% Träger geboren.

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Referenz:

Seppälä EH1, Jokinen TS, Fukata M, Fukata Y, Webster MT, Karlsson EK, Kilpinen SK, Steffen F, Dietschi E, Leeb T, Eklund R, Zhao X, Rilstone JJ, Lindblad-Toh K, Minassian BA, Lohi H.: LGI2 truncation causes a remitting focal epilepsy in dogs; PLoS Genet. 2011 Jul;7(7):e1002194. doi: 10.1371/journal.pgen.1002194. Epub 2011 Jul 28.

Jokinen TS1, Metsähonkala L, Bergamasco L, Viitmaa R, Syrjä P, Lohi H, Snellman M, Jeserevics J, Cizinauskas S.: Benign familial juvenile epilepsy in Lagotto Romagnolo dogs; J Vet Intern Med. 2007 May-Jun;21(3):464-71.

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