Prüfungen für Pferde: FIS

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Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 12 Tage
Preis pro Prüfung: 56.00 $ ohne MwSt

Fohlen-Immundefizienz-Syndrom (FIS)

Das Fohlen-Immundefizienz-Syndrom (FIS) ist eine Erbkrankheit, die bei eng verwandten Rassen wie dem Fell Pony, Dales Pony und deren Kreuzungen, z. B. Gypsy Cob/Tinker, auftritt. Die Populationen dieser Rassen durchliefen im vergangenen Jahrhundert einen ausgeprägten genetischen Flaschenhals (Bottleneck). Eine geringe Anzahl an Individuen, eine niedrige genetische Diversität und Inzucht trugen zur Entstehung einer schädlichen Mutation bei, die FIS verursacht.

Die Fohlen erscheinen bei der Geburt gesund und zeigen zunächst keinerlei Anzeichen einer Erkrankung. Die ersten klinischen Symptome treten im Alter von 2 bis 6 Wochen auf. Die Erkrankung ist durch eine deutlich verringerte Anzahl von B-Lymphozyten und roten Blutkörperchen sowie eine niedrige Konzentration von Immunglobulinen gekennzeichnet. Die Fohlen verfügen daher über einen unzureichenden adaptiven Immunschutz gegen bakterielle, virale und parasitäre Infektionen.

Die dadurch verursachte Immundefizienz verschlechtert sich zunehmend, da die Menge der über die Muttermilch aufgenommenen Immunglobuline abnimmt. Der Rückgang der mütterlichen Antikörper fällt zeitlich mit dem Auftreten der ersten klinischen Symptome zusammen. Nach und nach entwickelt sich eine fortschreitende Anämie. Betroffene Tiere leiden unter Schwäche, Atemnot, Husten, Durchfall und Nasenausfluss. Das Wachstum ist verlangsamt, zudem treten Appetitlosigkeit und häufig eine Unfähigkeit zum Saugen auf. Die Erkrankung ist tödlich. Das Fohlen stirbt oder muss im Alter von 1–3 Monaten euthanasiert werden.

Die Erkrankung wird durch eine Mutation im SLC5A3-Gen (g.31894278C>T) verursacht. Die Mutation verändert die Aktivität des SLC5A3-Gens und kann zu einem teilweisen Funktionsverlust führen, wodurch die Entwicklung von B-Lymphozyten und roten Blutkörperchen beeinträchtigt wird.

Das Fohlen-Immundefizienz-Syndrom (FIS) wird autosomal-rezessiv vererbt. Die Erkrankung tritt daher bei Individuen auf, die das mutierte Gen von beiden Elternteilen erben. Diese Individuen werden als P/P (positiv/positiv) bezeichnet. Träger des mutierten Gens, bezeichnet als N/P (negativ/positiv), haben das mutierte Gen nur von einem Elternteil geerbt und zeigen keine klinischen Symptome. Sie können die krankheitsverursachende Mutation jedoch an ihre Nachkommen weitergeben.

Bei der Verpaarung zweier heterozygoter Träger (N/P) sind theoretisch 25 % der Nachkommen gesund, 50 % Träger und 25 % erben das mutierte Gen von beiden Eltern und sind an FIS erkrankt. Aus der Verpaarung eines gesunden Individuums (N/N) mit einem Träger (N/P) entstehen theoretisch 50 % Träger und 50 % gesunde Individuen. Bei der Verpaarung eines Trägers (N/P) mit einem erkrankten Individuum (P/P) sind theoretisch 50 % der Nachkommen betroffen und 50 % Träger.

Fox‐Clipsham, L.; Swinburne, J. E.; Papoula‐Pereira, R. I.; Blunden, A. S.; Malalana, F.; Knottenbelt, D. C.; Carter, S. D. Immunodeficiency/Anaemia Syndrome in a Dales Pony. Veterinary Record 2009, 165 (10), 289–290. https://doi.org/10.1136/vr.165.10.289.

Fox-Clipsham LY, Carter SD, Goodhead I, Hall N, Knottenbelt DC, et al. (2011) Identification of a Mutation Associated with Fatal Foal Immunodeficiency Syndrome in the Fell and Dales Pony. PLoS Genet 7(7): e1002133. doi:10.1371/journal.pgen.1002133

Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 12 Tage
Preis pro Prüfung: 56.00 $ ohne MwSt