
Prüfung von Hunden: LSD
Lysosomale Speicherkrankheit bei Dalmatinern
Die lysosomale Speicherkrankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung. Sie weist Ähnlichkeiten mit der neuralen Ceroid-Lipofuszinose auf, stellt aber eine eigenständige Krankheit mit spezifischen pathologischen Merkmalen dar. Charakteristisch für die Erkrankung ist die Ansammlung von autofluoreszierenden Einschlüssen in Lysosomen der Großhirnrinde, des Kleinhirns, des Sehnervs und des Herzmuskels.
Die klinischen Symptome sind progressiv und betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem. Bei Dalmatinern treten die ersten neurologischen Anzeichen um das 18. Lebensmonat auf und verschlimmern sich allmählich. Dazu gehören Angstzustände, Unruhe, Kreislaufen, Überempfindlichkeit, kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen, Koordinationsverlust, Urin- und Kotinkontinenz sowie Sehstörungen. Die Ursache der Erkrankung bei Dalmatinern ist die c.1107del-Mutation im CNP-Gen. Diese Mutation führt zu einer Störung der Myelinscheide und zur Ansammlung von autofluoreszierendem Material in den Lysosomen.
Die Vererbung erfolgt autosomal unvollständig dominant mit variabler Expressivität. Heterozygote Individuen, die die Mutation nur von einem Elternteil erben, können mildere, später einsetzende oder variable klinische Symptome aufweisen. Homozygote hingegen, die die Mutation von beiden Elternteilen erben, zeigen in der Regel eine schwerere oder früher einsetzende Form der Erkrankung. Die Krankheitssymptome hängen somit vom Genotyp sowie von der individuellen Expressivität und Penetranz der Mutation ab.
Ein Gentest kann den Genotyp des Tieres eindeutig bestimmen und ist ein geeignetes Instrument für Züchter, um die unbeabsichtigte Zucht betroffener Welpen zu vermeiden.
.
Referenz:
Bullock, G., Johnson, G.S., Mhlanga-Mutangadura, T., Petesch, S.C., Thompson, S., Goebbels, S., Katz, M.L. : Lysosomal storage disease associated with a CNP sequence variant in Dalmatian dogs. Gene 830:146513, 2022. Pubmed reference: 35447247



