Prüfung von Katzen: FHV-1 Feline Herpes Virus

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Feline Herpesvirus

Ätiologie

Übertragungsweise

Diagnostik mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Klinische Symptome

Therapie

Ätiologie
Herpesviren gehören strukturmäßig zu den dsDNA-Viren, für welche langzeitiges Verbleiben in dem infizierten Organismus typisch ist. Herpesviren sind die meist verbreiteten Viren in der Tierpopulation und  Erreger eines breiten Spektrums von Krankheiten bei Menschen und Tieren.   Der Vertreter der Herpesviren ist das Feline Herpesvirus 1 (FHV-1), das ein Virus des Genus  Varicellovirus ist. Dieses Virus wurde zum ersten Mal im Jahre 1958 von Crandell und Maurer in den USA entdeckt. Ebenfalls wie bei anderen Alphaherpesviren entwickelt sich nach einer akuten Phase der Krankheit eine latente Infektion mit periodisch auftretenden Virusaktivierungen, die manchmal mit wiederholtem Ausbruch von klinischen Symptomen verbunden sind. Zu der Virusreaktivierung kommt es ganz spontan oder mit größerer Wahrscheinlichkeit nach einer Stresssituation. Der Stressfaktor kann eine Teilnahme an einer Ausstellung, Änderung der Umgebung, neues Mitglied im Haushalt, usw. sein. Die Ausscheidung des Virus muss nicht unverzüglich nach der Stresssituation erfolgen, aber in der Regel erst nach 4 bis 11 Tagen. Während der latenten Phase ist das FHV-1 ebenfalls wie CHV (Canine Herpes virus)  in den Knoten des Trigeminus anwesend. Bei Schwächung des Immunsystems des Wirts werden die Viren aktiviert und verursachen die sich wiederholende Erkrankung.  FHV-1 beschädigt die Schleimhautzellen des Epithels  und ist die Ursache der Feline Rhinotracheitis (Rhinotracheitis contagiosa felium) und der Augenerkrankungen.

ubÜbertragungsweise
In der akuten Phase komm das Virus überwiegend im Nasen-, Augen- und Mundsekret vor. Zur Übertragung kommt es in hohem Maße durch direkten Kontakt mit der infizierten Katze oder bei Säugen der Jungtiere durch die infizierte Katzenmutter. Ob sich bei den Jungkatzen die Infektion entwickelt, hängt von dem Spiegel der Abwehrstoffe, die sie von der Mutterkatze bekommen haben, ab. Bis jetzt sind keine Fälle der FHV-1 Übertragung In-utero  (Übertragung von der Mutterkatze auf die Jungen im Laufe der intrauterinen Entwicklung) und kein anderer Wirt als die Katze bekannt.
Tiere mit akuter Infektion gehören eindeutig zu den wichtigsten  Virenquellen. Katzen mit latenter Infektion (Träger) können das Virus spontan ausscheiden und Katzen mit geschwächten Immunität anstecken (nach Smith K. C. at col. 1997).  Es ist wahrscheinlich, dass praktisch alle Katzen, die akute Phase der FHV-1 Infektion durchgemacht haben, Träger dieser Krankheit sind. Aber weniger als die Hälfte sind epidemiologisch bedeutend (d.h. scheiden das Virus in natürlichen Bedingungen aus).
In den großen  Zuchtstationen mit schlechten hygienischen Angewohnheiten sind Kontaminierung der Katzenrastplätzen, Futter oder Bürsten zur Fellpflege die grundsätzlichen Risikofaktoren der Übertragung. Außerhalb des Wirts hat das FeHV-1 relativ kurze Lebensdauer. Es kann durch regelmäßiges Saubermachen mit gewöhnlichen Desinfektionsmitteln und Waschen der Katzenbetten eliminiert werden.   
Sekundäre Viremie (Zustand, bei welchem das Virus in der Blutbahn in verschiedene Organe fließt) ist nur wenig wahrscheinlich. Sie kann bei neugeborenen Katzenwelpen oder bei Tieren mit bedeutend geschwächter Immunität vorkommen.  Bei schwererem Verlauf der Krankheit kann sie bis zur Nekrose des Epithels der Atemwege und osteolytischen Veränderungen im Nasenbein führen.  FHV-1 äußert sich am liebsten in der peripheren Körperbereichen, die sich mit niedrigerer Temperatur auszeichnen.

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Diagnostik mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
PCR identifiziert FHV-1 durch Amplifikation der  Virus-DNA-spezifischen Sequenzen. Großer Vorteil dieser Methode ist Spezifität und extrem hohe Empfindlichkeit der Reaktion. Zur Untersuchung werden Vollblutproben oder Abstriche der Nasen-, Mundschleimhaut oder Bindehaut mit einer Spezialbürste abgenommen.
Die neuerlichen Studien, die sich mit Bestimmung der Anwesenheit der DNA des Katzenherpesvirus mit Hilfe der PCR und mit der Methode der Bestimmung der FHV-1-Antikörper befassen, haben höhere Sensitivität der PCR-Methode nachgewiesen. Längere Anwesenheit der Virus-DNA im Sekret der infizierten Katzen  wurde noch in der Zeit festgestellt, wenn die Herpesvirus-Antikörper in der Katze schon sinken.

Klinische Symptome
Die ersten Anzeichen sind Depression, Niesen, Appetitlosigkeit und Fieber, gefolgt von erhöhter Produktion des Augen- und Nasensekrets. Diese anfänglichen klinischen Symptome können mit übermäßiger Speichelsektretion begleitet werden. In schweren Fällen entwickeln sich  Atembeschwerden und Husten. Relativ oft kommt es zur Bildung von Geschwüren im Mund. Bei jungen oder geschwächten Tieren kann sich primäre viröse Pneumonie entwickeln.

FHV-1 ist mit ganzer Reihe von Augenkrankheiten und der Krankheiten des umgebenden Stützgewebes bei Katzen verbunden:

  • Akute Konjunktivitis bei Neugeborenen (Ophthalmia Neonatorum) - in der Zeit vor dem Öffnen der Augenglider verursacht sie Bildung von Eiter unter den geschlossenen Lidern und Beschädigung der Hornhaut, in schweren Fällen bis Zerreißen der Hornhaut.
  • Bindehautentzündung (Conjunctivitis) - das Herpesvirus ist die Hauptursache der akuten und chronischen Bindehautentzündung; Die Entzündung ist meistens bilateral und wird mit Blutüberfüllung und erhöhter Augensekretion begleitet; kommt meistens bilateral nach einer Inkubationszeit von 2 bis 6 Tagen vor, in meisten Fällen klingen die klinischen Symptome nach 10 bis 20 Tagen spontan ab.
  • Spezielle Form der Hornhautentzündung (Keratitis) - durch FHV-1-Infektion kommt es zur Bildung von dendritischen Läsionen der Kornea
  • Chronische Stromale Keratitis (Chronic stromal keratitis) - entsteht bei rezidivierenden Bindehautnetzündungen durch die Wirkung von FHV-1, bei welchen chronische entzündliche Veränderungen auftreten, wie z.B. Neovaskularization, entzündliche Infiltration, Pigmentierung, Narben und Fibrose.
  • Zusammenwachsen der Augenlider mit dem Augapfel (Symblepharon) - entsteht als Folge von schweren Entzündungen, in schwereren Fällen wird dadurch die Augenbewegung behindert und führt zu Vernichtung der Tränendrüse
  • Hornhautsequester bei Katzen (Feline Corneal Sequestration) - es handelt sich um undurchsichtigen dunkelbraunen bis schwarzen Flecken auf der Hornhaut, der in Wirklichkeit ein Stück des abgestorbenen Hornhautgewebes ist. Zur Bildung von Sequester kommt es bei verschiedenen Katzenrassen in verschiedenem Alter. Prädisponierte Rassen mit der größten Häufigkeit des Auftretens sind Persische, Siam-, Burma- und Himalya- Katzen.
  • Kalzifizierende Keratophatie (Calcific band keratopathy) - Einlagerung von Kalzium in die Läsionen auf der Hornhaut
  • Vordere Entzündung der Iris, Aderhaut und Strahlenkörper (Ziliarkörper) (Anterior uveitis) - bei Menschen wurde Zusammenhang zwischen Vorkommen von HSV-1 (menschlicher Herpesvisrus) und der vorderen Uveitis nachgewiesen. Die Forschung weist darauf hin, dass FHV-1 eine mögliche Ursache der vorderen Uveitis bei Katzen sein kann.



Therapie
Bei den meisten Katzen ist die Prognose gut.  Jedoch ältere Katzen und Jungtiere mit geschwächtem Immunsystem sprechen in der Regel an die Behandlung nicht gut an. Die Therapie bei den Herpesviruserkrankungen besteht in allgemeiner Behandlung mit der Kombination von Antibiotika und Antivirotika und lokaler Behandlung durch Verabreichung von entzündungshemmenden Präparaten. Die Unterstützungsbehandlung besteht in Rehydratation (Bewässerung des Organismus), Verbesserung der Nahrung und Verabreichung  des  L-Lysins, Behandlung mit  α-Interferon und Nahrungsergänzung mit Vitaminen. Die Augen sollten gespült und mit Augentropfen und Augensalben feucht gehalten werden. Die erhältlichen Vakzinen verhindern den Ausbruch der Infektion nicht, sie helfen nur die klinischen Symptome durch Aktivierung des Immunsystems der Katze zu unterdrücken. Katzenwelpen sind bis acht Wochen durch die Antikörper, die sie durch die Muttermilch bekommen, geschützt. Es wird auch empfohlen das kranke Tier warm zu halten, da sich das Herpesvirus bei Temperaturen über 37°C nicht weiter vermehrt. In der betroffenen  Zucht ist es angebracht entsprechende hygienische Maßnahmen zu treffen. Das FHV-1 ist sehr empfindlich auf herkömmliche Desinfektionsmittel.

Zittation:
Rosalind G., Susan D., Alan R., Etienne T.: Feline herpesvirus, Vet. Res. 38 (2007) 337–354

David Gould: FELINE HERPESVIRUS-1 Ocular manifestations,diagnosis and treatment options
, Journal of Feline Medicine and Surgery (2011) 13, 333–346

SE Andrew, College of Veterinary Medicine, University of Florida: Ocular manifestations of feline herpesvirus, Journal of Feline Medicine and Surgery (2001) 3, 9–16


Smith K. C. Herpesviral abortion in domestic animals. Vet J 1997;153(3):239-44.

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