Prüfung von Hunden: Lokus M (Merle)

EU-Land
Außerhalb der EU
Tschechische Republik
Sind Sie für die MWSt in einem anderen EU-Land als in der Tschechischen Republik registriert?
CZK EUR USD
Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 7 Tage
Preis pro Prüfung: 54.00 $ ohne MwSt

Merlefärbung des Fells bei Hunden

Die Merlefärbung bei Hunden verbirgt bestimmte Gesundheitsrisiken, die jedem Züchter bekannt sein sollten. Der Züchter sollte vor seiner Entscheidung die Merlefärbung in seine Zucht einzuführen die Merleproblematik gut verstehen und sich mit den Tücken dieses Phänomens gut auskennen. Die Merleforschung findet an einigen Stellen in der Welt statt und so werden sicher noch weitere Zusammenhänge gefunden.

Das Merlegen kommt bei einer Reihe von Hunderassen vor, wobei nur bei einigen Rassen die Merlefärbung als FCI-Standard anerkannt ist. Zu den anerkannten Rassen mit dieser Färbung gehören z.B. Australian Shepherd, Border Collie, Dachshund, Great Dane, Louisiana Leopard Dog, Cardigan Welsh Corgi, usw. Schwarzer Hund mit Merlezeichnung wird als Blue-Merle und brauner Hund mit Merlezeichnung wird als Red-Merle bezeichnet. Die merle-aufgehellten Flecken sind unregelmäßig auf dem ganzen Körper verteilt.

Das Merle-Allel hat eine SINE-Sequenz-Insertion im SILV Gen, die unterschiedlich lang sein kann.   Die Länge der insertierten Sequenz wirkt sich auf dem Phänotyp des Hundes aus. Das M-Lokus (Merle-Lokus) kommt in mehreren Varianten vor und einige Genotypen können nur aufgrund genetischer Untersuchungen voneinander unterschieden werden.  Das Merlegen wird autosomal, inkomplett  dominant vererbt. Die Insertion enthält unterschiedlich lange Poly-T-Sequenz. Je länger die Poly-T-Sequenz ist, desto mehr ist die Merlezeichnung ausgeprägt.  Die Poly-T-Sequenz kann sich verkürzen oder expandieren von Generation zu Generation.  Deswegen können die Welpen einen unterschiedlich großen Anteil an der Merlefärbung als  ihre Eltern haben. Die Poly-T-Sequenz  ist unterschiedlich auch in verschiedenen Zellen eines Hundes ausgeprägt – der Hund prägt sich als Merle-Mosaik aus.

.

Beispiele für Merle Fellfarbe

Collie

Merle

.

Dachshund

dachshund_black_merle.

.

Australian Sheperd - blue merle

sheperd_blue_merle

.

Australian Sheperd - red merle

sheperd_red_merle

.

Bezeichnung der Merle-Allelen

m – normales Allel ohne Merle. Hunde mit m/m-Genotyp (non-merle) haben keine Merlezeichnung, sind einfarbig.

Mx – das Merleallel, wo x die Anzahl der T in der Poly-T-Sequenz ist – je länger die Sequenz ist, desto deutlicher ist der Merle-Phänotyp.

Der Merle-Ausprägungsgrad kann wie folgt ausgedrückt werden:

  • Länge der Poly-T-Sequenz ist ca. 35-62 T - Cryptic Merle (Mc) – Der Hund kann nur kleinen Merleflecken haben, z.B. am Schwanzende oder am Rande eines Ohrs oder die Merlefärbung kann unten der weißen Zeichnung verbirgt sein. Diese Hunde tragen die kürzere Version des Merlegens in einer Kopie (m/Mc) oder in zwei Kopien (Mc/Mc). Gegenüber den klassischen Merle-Hunden wurden bei Cryptic Merle keine ernsthaften Gesundheitsprobleme beschrieben. Richtige Beschreibung der Cryptic Merle bei der Registration des Hundes stellt meistens ein Problem dar, da das Mc Allel nur aufgrund eines genetischen Tests nachgewiesen werden kann.
  • Länge der Poly-T-Sequenz ist ca. 63-73 T - Dilution Merle (Md)
  • Länge der Poly-T-Sequenz ist ca . 74-85 T - Merle (M)
  • Länge der Poly-T-Sequenz ist ca. 86 T und mehr - Harlekin (Mh)
.
Dies ist ein typischer Dilution Merle (Md) Hund:
.
merle diluted atypical Md
.

Versteckte (Hidden) Merle

Merlezeichnung ist im hellen Fell nicht erkennbar. Die Bezeichnung „Hidden/versteckt“ gilt auch für Hunde, die genetisch Mx sind, aber die Merlezeichnung prägt sich nur im weißen (allgemein hellen) Fell aus. Bei Hunden mit großen hellen Flächen ist das Risiko, dass der Hund ein Hidden Merle ist, erhöht. Hidden Merle kann nur durch genetischen Test nachgewiesen werden.

.

Double Merle

Der M/M Genotyp (Merle Homozygot) hat ausgeprägte Merlefärbung. Diese Hunde entstehen durch Verpaarung zweier Merle-Hunde. Double-Merle  Hunde sind sehr hell, manchmal ganz weiß, die Schleimhaut ist aufgehellt bis leicht rosa und die Augenpigmentierung ist meistens blau. Die Hunde haben oft ernsthafte Gesundheitsprobleme (Seh- und Hördefekte, Skelettveränderungen, Anomalien der Herz- und Reproduktionssysteme). Aus diesen Gründen wird die Verpaarung zweier Merle-Hunde nicht empfohlen.

Risikoreich für die Zucht ist ebenfalls der Mc/M Genotyp (Cryptic Merle / Merle). Dieser Genotyp hat ausgeprägte Merlefärbung und ist gewöhnlich  (aber muss nicht!)  ohne Gesundheitsprobleme. Die Cryptic Merle Hunde dürfen in der Zucht nur mit Non-Merle-Hunden gekreuzt werden. Bei der Zucht kann das Cryptic-Alle wieder auf klassisches Merle-Allel expandieren.

Um bei der Zucht ernsthafte Gesundheitsprobleme, die bei inkorrekter oder riskanter Verpaarung der Merle, Cryptic Merle und Hidden Merle Hunden entstehen können, zu vermeiden, ist genetische Untersuchung sehr empfehlenswert. Die genetische Untersuchung entdeckt Merle, Hidden Merle und Cryptic Merle Variante. Die Züchter von Rassen, bei welchen die Merlefärbung beschrieben ist, sollten der Zucht erhöhte Aufmerksamkeit widmen. Im Wurf sollten alle Welpen, die auf den ersten Blick als “Non-Merle“ aussehen, gründlich untersucht werden, ob es vielleicht doch irgendwo einen weniger sichtbaren Merle-Flecken gibt.

Liste der Hunderassen

Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 7 Tage
Preis pro Prüfung: 54.00 $ ohne MwSt