Prüfung von Hunden: PRA-rcd2

EU-Land
Außerhalb der EU
Tschechische Republik
Sind Sie für die MWSt in einem anderen EU-Land als in der Tschechischen Republik registriert?
CZK EUR USD
Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 7 Tage
Preis pro Prüfung: 86.00 $ ohne MwSt

PRA-rcd2

Die Untersuchung ist für den langhaarigen und kurzhaarigen Collie bestimmt.

Der höhere Preis ist wegen der sehr kurzen Verbrauchsdauer der für die Analyse benötigten Chemikalien. Bei  Prüfung von 10 Proben gleichzeitig beträgt der Preis der Untersuchung 50 EUR.

PRA-rcd2 (rod-cone dysplasia) ist eine Form der progressiven Retina Atrophie (PRA) mit sehr frühem Auftritt der Erkrankung, Phänotyp gemäß der menschlichen Erkrankung Retinitis pigmentosa (RP) ähnlich. Einige PRA-Formen sind gemeinsam für mehrere Rassen. Diese spezifische Form der  PRA-rcd2 betrifft die Hunde der Rasse Collie (lang- und kurzhaarig). Bei Border Collie wird die Existenz des für X-gebundene PRA-Form verantwortlichen Gens, so-genannten XLPRA3 vorausgesetzt, bei welcher gegenwärtig  die molekular genetische Substanz noch nicht bekannt ist (Vilboux et al. 2008).

Bei Erkrankung durch rcd2 kommt es zur abnormalen Entwicklung (Dysplasie) der Stäbchenzellen und Sehzapfen (Fotorezeptoren). Die Entwicklung der Fotorezeptoren wird gestoppt und es folgt eine schnelle Degeneration.  Es kommt zur Degeneration der beiden Fotorezeptoren, wobei die Stäbchenzellen  weit schneller als die Sehzapfen degenerieren, und deswegen tritt zuerst die sogenannte Nachtblindheit ein. Die Dysplasie führt zur frühen Nachtblindheit  bei Welpen schon im Alter von 6 Monaten.  Bei den betroffenen Tieren entwickeln sich die Stäbchen und Zapfen  in den Außensegmenten der betroffenen Netzhaut nicht mehr normal (Santos-Anderson et al. 1980); in 2 bis 2,5 Monaten fehlen  vollkommen die Rezeptoren im  Außensegment der betroffenen Netzhaut.

Die retinale Dysfunktion kann mittels Elektroretinographie (ERG) schon etwa am 16. Tag nach Geburt festgestellt werden. Die ophtalmologischen Anomalien können schon im Alter von 3 bis 4 Monaten erkannt werden. Es wird die Änderung der Granulität des tapetealen Fundus und nachfolgende Verdünnung der retinalen Blutgefäße beobachtet. Die durch rcd2 betroffenen Hunde sind meistens schon im ersten Lebensjahr ganz blind (ungefähr im 6 bis 8 Monats des Lebens).

In Zusammenhang mit der rcd2-Erkrankung wurde eine Insertion 22 bp im Exon 4 des RD3-Gens, lokalisiert am 7. Chromosom, bei Hunden (Kukekova et al. 2009) gefunden. Die Insertion führt zur Änderung der letzen 60 Kodons bei einer der drei trunkierten RD3 Varianten und nachfolgend zur Verlängerung des Leserahmens gegenüber dem gesunden Tier. Die Funktion des RD3-Gens ist noch nicht ausreichend verstanden. Das RD3 Hundegen hat einige charakteristische Merkmale, die unterschiedlich von dem entsprechenden Gen bei Menschen und Mäusen sind. Es wurden bei Hunden nicht nur weitere Exone und Trunkierungsvarianten entdeckt, aber das extrem GC-reiche Exon 4 (entspricht dem Exon 3 bei Menschen und Mäusen) stellt auch Probleme beim Klonen und Sequenzierung (Kukekova et al. 2009) dar.

Die Mutation C319T wurde im Exon 3 des RD3-Gens in Mäusen entdeckt; da sie einen vorzeitigen Stoppkodon bildet, wird sie als kausale Mutation für rd3 (retinal degeneration type 3) Maus-Phänotyp (Friedman et al. 2006) betrachtet. Das Exon 3 in Mäusen ist ein orthologes Gen (Orthologe Gene - homologe Gene, die bei verschiedenen Arten vorkommen) zu dem Exon 4 in Hunden, welches im Falle der rcd2 Erkrankung  mutiert ist. Bei Menschen wurden Mutationen des RD3-Gens, z.B. im Exon 2 identifiziert - im Falle einer Erkrankung durch Retinopatie Lebersche congenitale Amaurose kam es zur Bildung einer trunkierten Donorstelle (Friedman et al. 2006).

RCD2 ist eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung. Das heißt, daß diese Krankheit nur bei Homozygoten, Hunden mit beiden mutierten Allelen „r/r" und keinem normalen Allel erscheint. Der mutierte Homozygot vererbte ein mutiertes Allel von beiden Elternteilen. Im Falle, daß zwei heterozygote Tiere („R/r"-Träger) gedeckt werden, 25 % der Nachkommen werden gesund sein, 50 % der Nachkommen werden Träger sein und 25 % vererben von beiden Eltern mutiertes Allel „r" und werden mit RCD2 betroffen.

Zitation:

Thierry Vilboux, Gilles Chaudie et. al.: Progressive Retinal Atrophy in Border Collie: A new XLPRA (BMC Vet Res. 2008 Mar 3;4:10)

Kukekova A. V., Golstein O., Johnson J. L., Richardson M. A., Pearce-Kelling S. E., Swaroop A., Friedman J. S., Aguirre G. D., Acland G. M.: Canine RD3 mutation establishes rod-cone dysplasia type 2 (rcd2) as ortholog of human and murine rd3. Mamm Genome. 2009 Feb;20(2):109-23

Friedman JS, Chang B, Kannabiran C, Chakarova C, Singh HP et al (2006) Premature truncation of a novel protein, RD3, exhibiting subnuclear localization is associated with retinal degeneration.Am J Hum Genet 79:1059-1070

Liste der Hunderassen

Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 7 Tage
Preis pro Prüfung: 86.00 $ ohne MwSt