Prüfung von Hunden: PRA1

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PRA beim Miniatur Schnauzer

Die Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine große Gruppe von erblichen Erkrankungen, die Blindheit bei verschiedenen Hunderassen verursachen. Die mit PRA betroffenen Hunde weisen im Verlauf der Erkrankung ähnliche Sequenz von klinischen Abnormalitäten auf.  Die Symptome beginnen mit Nachtblindheit, folgen mit fortschreitendem Verlust des Tagessehens und enden mit Blindheit bei allen Lichtbedingungen. Routinemäßige Untersuchungen entdecken progressiven Verlust der fotosensitiven Retinazellen infolge der Retinadegeneration oder „Atrophie“ der Retina, nach welcher diese Erkrankung benannt wurde.

Unter dem Oberbegriff „PRA“ verbirgt sich eine Reihe von Erkrankungen, die durch bereits bekannte, aber auch bisher nicht charakterisierte genetische Abnormalitäten – Mutationen, die für die PRA verantwortlich sind, verursacht werden. Bei Miniatur Schnauzern wurden bisher diese PRA-Formen identifiziert:

Der Typ A ist schon seit dem Jahr 2000 bekannt, aber in der Population der Miniatur Schnauzer ist dieser Typ sehr selten – keiner der Fälle in den letzten Jahren wurde durch die Mutation für PRA Typ A verursacht.

Aufgrund der Entdeckung der PRA Typ B wurde im Jahr 2018 ein neuer Test entworfen, der weltweit nur in dem Labor OptiGen (jetzt Mars Veterinary) durchgeführt wurde. Im Lichte der neuesten Kenntnisse scheint dieser Test nicht besonders überzeugend zu sein. Die Mutation des PPT1-Gens, die als verantwortlich für Entstehung der PRA Typ B vorgeschlagen wurde, hat höchst wahrscheinlich keinen direkten Zusammenhang mit dem Augendefekt und für welche nur 79% Penetration gemeldet wurde. Zudem ist der Test nicht ausreichend mit klinischen Studien unterstützt. Vor einiger Zeit wurde eine genetische Assoziation zwischen der Mutation im PPT1 Gen und einem sehr gut bekannten Kandidatengen für neuronale Lipofuszinose (NCL) festgestellt.  Die wirkliche Kausalität dieser Erkrankung bleibt bisher unbekannt.

Im Jahr 2020 wurden zwei weitere genetisch unterschiedliche Typen, PRA1 mit schnellerem und relativ homogenem Ausbruch der Symptome im Alter von ungefähr 4 Jahren, und eine „mildere“ PRA2 mit langsamer Progression und durchschnittlichem Alter des Krankheitsausbruchs von ungefähr 7 Jahren.  Während der Defekt für PRA2 auf dem Chromosom X lokalisiert wurde und mehrere Fälle zur Bestimmung der kausalen Mutation benötigt werden, für PRA1 wurde einzige völlig penetrierende Genvariante identifiziert und ein neuer genetischen Test entworfen.

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PRA1

Die PRA1 wird durch die Mutation des Gens für den Transkriptionsfaktor HIVEP3 verursacht, der sich auf dem Chromosom 15 befindet. Der Effekt der Mutation g.1,432,293G>A v HIVEP3 ist Gewinn einer Funktion, die zur übermäßigen Expression der zwei Zielgenen der Netzhaut, EDN2 und COL9A2, führt und derer Ergebnis eine Degeneration der Netzhautfotorezeptoren ist.

Der Erbgang dieser Mutation ist autosomal rezessiv. Die Krankheit entwickelt sich nur bei Hunden, die das mutierte Allel von beiden Elternteilen vererbt haben (rezessiver Homozygote). Ein Heterozygote ist ein Individuum, das das mutierte Allel nur von einem Elternteil vererbt hat und weist keine Symptome der Krankheit auf und ist klinisch gesund, kann jedoch das mutierte Allel auf seine Nachkommen weitergeben. Wenn zwei heterozygote Hunde verpaart werden, werden theoretisch 25 % der Nachkommen völlig gesund, 50 % der Nachkommen werden Träger des mutierten Allels sein und 25 % der Nachkommen vererben das mutierte Allel von beiden Elternteilen und werden also an PRA1 leiden.

Der genetische Test PRA1 wurde sehr gut entworfen. Die Genvariante HIVEP3 hat eine volle Penetration und entspricht gut den klinischen Anzeichen und der Studie der Expression. Die Ergebnisse dieses Tests sind als Hilfe bei Auswahl eines Zuchtpaars bestimmt, damit Paarungen, die zur Geburt von mit PRA1 betroffenen Welpen führen würden, vermieden werden.

Da die Daten zeigen, dass die Rasse Miniatur Schnauzer mit mehreren genetisch unterschiedlichen PRA-Formen beeinflusst ist, kann der genetische Test für PRA1 nicht alle Krankheitsfälle erklären. Neben PRA A, B und 1 werden mindestens noch ein weiterer Typ PRA – X-gebundene PRA2 und vielleicht mehrere Typen vorausgesetzt.

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Referenz:

Kaukonen, M., Quintero, I.B., Mukarram, A.K., Hytönen, M.K., Holopainen, S., Wickström, K., Kyöstilä, K., Arumilli, M., Jalomäki, S., Daub, C.O., Kere, J., Lohi, H.: A putative silencer variant in a spontaneous canine model of retinitis pigmentosa. PLoS Genet 16:e1008659, 2020.

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