Prüfung von Hunden: Zystinurie

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Die Zystinurie

Die Zystinurie ist ein autosomal-rezessiv metabolischer Defekt des Transportes von Aminosäuren (Zystin, Orniithin, Lysin und Arginin) in den Nieren. Diese Krankheit tritt bei verschiedenen Tierarten einschl. Menschen auf. Bei dem Menschen kann man zwischen klinisch und biochemisch verschiedenen Formen der Krankheit -  Typ I und Non-Typ I (Typ II und Typ III) unterscheiden, die mit Mutationen in Genen SLC31 (rBAT) und  SLC79 verbunden werden. Der Typ I ist die am häufigsten vorkommende Form der Krankheit.

Zystin ist in sauerer Umgebung schlecht löslich. Bei den unter Zistinurie leidenden Patienten, kommt es zur Ansammlung des im Harn unlöslichen Zystins (Harn ist sauer) und infolgedessen zur Bildung von Zystin-Kristallen und später zur Bildung von Harnsteinen - Konkrementen, d.h. zu der Krankheit Urolithiasis (Segal und Thier 1995). Diese Konkremente können zu unangenehmen Gesundheitskomplikationen führen, wie z. B.: Reizen der Harnwege, Harnstagnation, Neigung zu häufigeren Infektionen der Harnapparats oder sogar zu vollständigem Verschluss der Harnwege.  Wie viele Zystin-Kristalle sich bilden werden und wie die Krankheit verlaufen wird häng von vielen Faktoren ab, z.B. Geschlecht des Patienten, Harn-pH und Harndichte. Je sauerer ist der Harn desto besser kristallisiert das Zystin.

Eingedickter Harn enthält meistens größere Mengen von Zystin - des Bausteins der Kristalle, deswegen ist das Risiko der Harnsand- und Harnsteinbildung höher.  Unter der Krankheit leiden mehr Rüden, weil sie längere Harnwege als die Weibchen haben. Zur Begrenzung des Harndurchflusses kommt es am häufigsten in Stellen, wo die Harnröhre ihre Richtung ändert.

Zystinurie wurde bei mehr als 60 Hunderassen und  Hund (Brand a Cahill 1936) beobachtet. Die der menschlichen Zystinurie Typ I ähnliche Störung ist charakteristisch für den Neufundländer und  wird als autosomal-recessives Merkmal  (Casal et al. 1995) geerbt. Bei neufundländischen Hunden mit Zystinurie wurde eine sinnlose Mutation in Exon 2 des SLC3-Gens identifiziert.  Nachfolgend wurde eine spezifische Prüfung zur Identifizierung von Mutationen in diesem Gen zwecks Diagnostizierung und Kontrolle der Zystonurie bei Neufundländern entwickelt. Die durch Urolithiase verursachten klinischen Symptome wurden bei den Neufundländern schon im Alter von 4 bis 6 Monaten erkennbar. Der Zystin-, Lysin-, Ornithin- und Argininspiegel im Harn der betroffenen homozygotischen Hunde hat sich erheblich erhöht, aber blieb normal bei heterozygotischen Hunden (Trägern).

Es wurden auch Vertreter anderer Rassen getestet, aber bei ihnen wurde keine Mutation in dem Codeberereich SLC31 (Henthorn S. P. et. al. 2000) nachgewiesen. Zystinurie wurde bei einigen weiteren fleischfressenden Arten inkl. Nerz, Wolf (Bovee et al. 1981) und Katzen (DiBartola et al. 1991) dokumentiert. Ebenfalls wie bei den Leuten existiert bei den unter Zystinurie leidenden Hunderassen  klinische Diversität.  Der Grad des Schades hängt mit dem Alter, in dem die ersten Zystinsteine entdeckt werden, zusammen.  Aus den Tests gehr hervor, dass bei Hunden die Zystinurie  genetisch heterogen ist.

In Hinsicht auf die Rassenverwandtschaft des Neufundländers mit der Landseer-Rasse kann man  Mutation des gleichen Gens auch bei dieser Rasse erwarten.

In der Studie des Ursi Giger (Acvim & Ecvim, University of Pennsylvania), die in Zusammenarbeit mit Österreich in 2002 durchgeführt wurde, leidete 1% von den 1400 untersuchten Neufundländern  unter Zystinurie, aber 20 % waren Träger  des mutierten Allels, das im Falle einer Züchtung auf die Abkömmliche übertragen würde. Im Falle der Verbindung von zwei Heterozygoten (Trägern der Mutation) ist das Risiko des Auftretens der Krankheit bei 25% der Abkömmlichen.

Wir empfehlen deswegen Durchführung einer spezifischen DNA-Prüfung bei den Hunden der neufundländischen Rasse und der Landseer-Rasse mit Zystinurieverdacht. Eine Untersuchung wird auch bei allen Hunden der neufundländischen Rasse und Landseer-Rasse empfohlen, die zur Zucht bestimmt sind.

Dank Urs Giger, University of Pennsylvania School of Veterinary Medicine.

Quellen:
Bovee KC, Bush M, Dietz J, Jezyk P, Segal S: Cystinuria in the maned wolf of South America. Science (1981) 212:919-920
Brand E, Cahill GF: Canine cystinuria. III. J Biol Chem (1936) 114:XV
Casal ML, Giger U, Bovee KC, Patterson DF: Inheritance of cystinuria and renal defect in Newfoundlands. J Am Vet Med Assoc (1995) 207:1585-1589
DiBartola SP, Chew DJ, Horton ML: Cystinuria in a cat. J Am Vet Med Assoc (1991) 198:102-104
Henthorn PS, Liu J, Gidalevich T, Fang J, Casal ML, Patterson DF, Giger U.: Canine cystinuria: polymorphism in the canine SLC3A1 gene and identification of a nonsense mutation in cystinuric Newfoundland dogs. Hum Genet (2000) 107:295-303
Segal S, Thier SO.: Cystinuria. In: Scriver C (ed) Metabolic and molecular bases of inherited disease, 7th edn. McGraw-Hill, New York, (1995) pp 3581-3601
Tichá V. Cystinurie - dědičně podmíněná metabolická porucha psů, [online], [citováno 1. června 2008], dostupné z WWW: http://www.veterina-info.cz/
Diseases of the Kidneys [online], [citováno 1. června 2008], dostupné z WWW: http://www.vin.com/proceedings/Proceedings.plx?CID=WSAVA2002&PID=2621

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