Prüfung von Hunden: PRA3

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Übliche Untersuchungszeit (Arbeitstage): 7 Tage
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PRA3 beim Tibet Terrier und Tibet Spaniel

Die Progressive Retinaatrophie (PRA) ist ein Begriff, der für eine Gruppe von erblichen Netzhauterkrankungen, die durch degenerative Prozesse im Bereich der Photorezeptoren charakterisiert sind,  verwendet wird. Es kommt zuerst zur Degeneration der Stäbchen, die zur Nachtblindheit und Störung der Tiefenwahrnehmung (Stereopsie) führt.  Unischere Bewegung im Dunkeln und Stoßen gegen unbekannte Gegenstände sind oft die ersten Symptome der Erkrankung, die der Hundebesitzer erkennt. Die nachfolgende Stäbchendegeneration verursacht Grauen Star und vollständige Erblindung.

Bei mehr als 100 Hunderassen wurden verschiedene PRA-Formen diagnostiziert, die ähnliche Symptome aufweisen.  Bei den einzelnen Rassen und den einzelnen Hunden unterscheidet sich die Krankheit in Ätiologie, im Krankheitsbeginn und Fortschreiten der Krankheit.  Es wurden bisher 19 verschiedenen Mutationen, die für konkrete Hunderassen typisch sind, identifiziert und es werden stets neue entdeckt. Jedoch die meisten Hunderassen warten noch auf die Identifizierung der genauen Mutation, die für PRA verantwortlich ist.

Beim Tibet Terrier (TT) und Tibet Spaniel (TS) wurde die Mutation im FAM161A-Gen identifiziert. Diese Mutation ist offensichtlich die Hauptursache der PRA bei TS und TT. Es handelt sich um  Insertion der SINE-Sequenz im Exon 5  (SINE = short interspersed nuclear element). Diese Insertion verursacht Verschiebung des Leserasters, die  zur vorzeitigen Integration des Stoppcodons und Kürzung des Proteinprodukts führt. Bei den Tibet Terriers und Tibet Spaniels wird diese Krankheit als PRA3 bezeichnet und es scheint, dass sie nur auf diese zwei verwandten Rassen beschränkt ist. Die PRA3 setzt relativ spät im Alter von ungefähr fünf Jahren ein.

PRA3 Mutation beim Tibet Terrier und Tibet Spaniel wird rezessiv vererbt. Betroffen sind Hunde, die zwei Kopien des mutierten Gens tragen (P/P). Hunde mit einer Kopie des mutierten Gens weisen keine klinischen Anzeichen der Krankheit, welche die Gesundheit beeinflussen, auf. Bei Deckung von zwei heterozygoten Hunden (N/P) werden theoretisch 25 % der Nachkommen völlig gesund (N/N), 50 % werden Träger der Krankheit sein (N/P) und 25 % der Nachkommen vererben das mutierte Allel von beiden Elternteilen (P/P) und werden an PRA3 leiden.

Diese Krankheit ist unheilbar, aber man kann ihre Verbreitung in der Hundepopulation durch genetische Untersuchungen und Auswahl von geeigneten Eltern  vermeiden. Es genügt die genetische Untersuchung nur einmal im Leben des Tieres machen zu lassen, da sich der Genotyp mit dem Alter des Tieres nicht ändert.

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Referenz:

Downs LM, Mellersh CS (2014) An Intronic SINE Insertion in FAM161A that Causes Exon-Skipping Is Associated with Progressive Retinal Atrophy in Tibetan Spaniels and Tibetan Terriers. PLoS ONE 9(4): e93990. doi:10.1371/journal.pone.0093990

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