Prüfung von Hunden: Neigung zu aggressivem Verhalten

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Neigung zu aggressivem Verhalten

Die Aggression bei Hunden ist schon lange ein viel diskutiertes Thema. Da die menschliche Gesundheit gefährdet sein kann, wird allgemein angestrebt besser dem Charakter dieser Hundeaggression zu verstehen und insbesondere den genetischen Hintergrund zu erklären. Obwohl bei bestimmten speziell gezüchteten Rassen die Aggression in konkreten Fallen erwünscht ist, kann es zu unerwünschtem Ausbruch der Aggression in absolut unzulässigen Situationen kommen. In meisten Fällen kann die Aggression durch schlechten Gesundheitszustand, schlechte Erziehung oder Behandlung verursacht werden. Diese Faktoren sind ein sehr wichtiger Aspekt, der primär berücksichtigt sein sollte. Der Hundebesitzer sollte zuerst objektiv auswerten, ob Änderungen in dem Gesundheitszustand des Hundes oder Fehler in seiner Erziehung aufgetreten sind. Als weiterer Faktor, der für die plötzliche Aggression bei einigen Rassen verantwortlich sein kann, ist die genetische Prädisposition.

Idiopathische Aggression (Aggression aus unbekanntem Grund) wurde insbesondere bei den Hunden der Malinois-Rasse beobachtet. Bei dem betroffenen Hund können Anfälle verbunden mit aggressiven Verhalten, dessen Auslöser offen unbekannt ist, auftreten. Dieses Verhalten wurde als episodisch, ungeplant, unvorhersagbar, ohne offensichtlichen Grund und absolut außerhalb des normalen Charakters des betroffenen Hundes bezeichnet. Der aggressive Hund hat vor dem Ausbruch einen starren, geistesabweisenden oder leicht glasigen Blick, reagiert auf keine Anregungen und nimmt seine Umgebung nicht wahr.

Die Ausbrüche der Aggression sind mit Dopamin-Neurotransmitter verbunden. Das Dopamin-Transporter-Gen (SLC6A3) steht hinter der Bildung des Dopamin-Transporters, der für den Transport des Dopamins über die präsynoptische Membrane in das Neuron verantwortlich ist. Lit et al. (2013) haben in dem SLC6A3-Gen insgesamt 3 Polymorphismen identifiziert. Der erste von den entdeckten Polymorphismen ist Poly(A) Insertion von 12 Nukleotiden (A22), die primär bei Hunden der Malinois-Rasse entdeckt wurde. Gerade diese Variante ist mit der plötzlichen und unvorhersagbaren Veränderung des Hundeverhaltens verbunden. Ferner wurde eine 18-Nukleotiden-Deletion (A0) gefunden. Diese Deletion kommt häufig vor und wurde auch bei anderen geprüften Hunderassen gefunden. Im Rahmen der Studie wurde noch eine Variante (A10) bei der Boxer-Rasse entdeckt.

Allgemein sind die Aggressionsausbrüche hauptsächlich mit dem Genotyp A22/A22 verbunden. Bei Hunden, die mindestens ein Allel A22 tragen und sind von Genotyp A0/A22 und A10/A22, kann die unvorhersagbare Aggression potenziell auftreten. Die Genotypen A0/A0, A0/A10 und A10/A10 sind mit der episodischen Aggression nicht verbunden.

Genotyp-Vererbung:

  • A0/A0 Genotyp A0/A0 ist mit der episodischen Aggression nicht verbunden.
  • A0/A10 Genotyp A0/A10 ist mit der episodischen Aggression nicht verbunden.
  • A10/A10 Genotyp A10/A10 ist mit der episodischen Aggression nicht verbunden.
  • A0/A22 Genotyp A0/A22 kann mit unerwünschtem oder unvorhersagbarem aggressivem Verhalten verbunden sein.
  • A10/A22 Genotyp A0/A22 kann mit unerwünschtem oder unvorhersagbarem aggressivem Verhalten verbunden sein.
  • A22/A22 Genotyp A22/A22 ist mit unerwünschtem oder unvorhersagbarem aggressivem Verhalten verbunden.

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Referenz:

Lit, L., Belanger, J. M., Boehm, D., Lybarger, N., Haverbeke, A., Diederich, C., & Oberbauer, A. M. (2013). Characterization of a dopamine transporter polymorphism and behavior in Belgian Malinois. BMC genetics, 14(1), 1.

Lit L, Belanger JM, Boehm D, Lybarger N, Oberbauer AM (2013) Differences in Behavior and Activity Associated with a Poly(A) Expansion in the Dopamine Transporter in Belgian Malinois. PLoS ONE 8(12): e82948. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0082948

Liste der Hunderassen

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