Fellfarbe der Hunde

Einführung in die Fellfarbe von Hunden

Die Haarfarbe von verschiedenen Tierarten hängt von deren Ursprung ab. Im Laufe der Domestikation des Hundes wurde eine Vielzahl von Rassen von verschiedenen Größen und Körperbautypen gezüchtet, bei denen die Haarfarbe so bunt war, dass sie das Überleben in der freien Wildbahn manchmal unmöglich machte. Sie wären sehr leicht durch die Raubtiere zu entdecken und zur Beute der Raubtiere gemacht. Andererseits wegen der bunten Haarfarbe wären sie nicht fähig ein Wildtier für deren Ernährung zu fangen, da sie wegen der auffälligen Farbe sehr schnell bemerkbar wären. Alle Edelrassen haben in dem Zuchtstandard ganz klar definiert, welche Haarfarbe gewünscht, annehmbar und welche ausgeschlossen ist. Bestimmte Farben sind Zeichen zum Ausscheiden aus der Zucht, da sie zum Beispiel mit unerwünschten Erscheinungen (Krankheit, auffällige Haarfarbe bei Jagdrassen, usw.) verbunden sind.

Die Haarfarbe wird durch die Produktion von zwei Hauptpigmenten Eumelanin (braunes bis schwarzes Pigment) und Phäomelanin (helles bis braunrotes und rotes Pigment) beeinflusst. In Zusammenhang mit der Haarfarbe wurden bei  Hunden einige Gene, z.B. MC1R (Melanocortin 1 Rezeptor) , CBD103 (beta-defensin 103), ASIP (Agouti signal peptide), TYRP1 (Tyrosin related protein 1) und andere identifiziert. Übersicht:

MC1R - Lokus EM - Allele E, e, EM

CBD103 - Lokus K - Allele KB > kbr > ky

ASIP - Lokus A - Allele A, a

TYRP1 - Lokus B - Allele B, bs, bc, bd

MLPH - Lokus D - Allele D, d

Bei den meisten Saugtieren ist die Synthese des Pigments Eumelanin oder Phäomelanin durch zwei Schlüsselgene MC1R und ASIP reguliert, bei domestizierten Hunden spielt auch drittes Gen CBD103 eine wichtige Rolle. Die Aufgabe dieses Gens wurde erst vor kurzem entdeckt (Kerns et al., Candille et al.), Dieses Gen zeigt eine hohe Affinität zum MC1R-Gen und beeinflusst die Regelung der Pigmentproduktion.

In der Farbvererbung ist die Hierarchie und gegenseitige Beeinflussung der wichtigsten Gene, die an der Verfärbung teilnehmen, beschrieben. Das Gen MC1R ist epistatisch (übergeordnet) über die anderen Gene, die für die Haarfarbe verantwortlich sind. Das bedeutet, dass es die Auswirkung der Allele eines anderen Lokus blockieren kann, so dass sich das gewünschte Merkmal gar nicht ausprägt:

  • Im Falle der Anwesenheit des Genotyps e/e wird das Pigment Phäomelanin produziert und die resultierende Fellfarbe ist durch dieses Pigment ohne Rücksicht auf den Genotyp der anderen Loci verursacht.
  • Im Falle des Genotyps E/e oder E/E spielen eine bedeutende Rolle in der Farbgebung das Lokus K und Lokus A.
    • Eine dunkle Haarfarbe kann man im Falle der Anwesenheit mindestens eines Allels KB(black alela), d.h. eventuell vorhandenen GenotypenKB/KB,KB/ky,KB/kbr erwarten.
    • Im Falle der Anwesenheit des Allels ky(yellow alela), d.h. des Genotypsky/ky,ky/kbr oder des Allels kbr(brindle alela), die für die helle und dunkle Stromung (z.B. bei der Rasse Staffordshire Terrier oder deutsche Dogge ) verantwortlich sind, d.h. Genotyp kbr/kbr, wird die resultierende Fellfarbe durch den Lokus A bedingt:
    • §  Ist das Allel a (Genotyp a/a) vorhanden, kommt es zur Expression des Pigments Eumelanin (braunes bis schwarzes Pigment),
    • §  in der Anwesenheit des Allels A (Genotype A/a, A/A) ist die resultierende Fellfarbe durch die Bildung des Phäomelanins (helles bis braunrotes, rotes Pigment) beeinflusst oder das Fell ist gestromt, falls mindestens ein Allel kbr (brindle) vorhanden ist.

Das oben beschriebe System der Allele-Hierarchie, durch welche die Fellfarbe bei Hunden beeinflusst wird, zeigt das folgende Schema:

Coat-Colour-Inheritance-Dogs

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Informationen zu den einzelnen Loci, die die Haarfarbe bei Hunden bestimmen, können Sie auf:

finden.